Wie packe ich meinen Knapsack

nach 2nd Lt. Alexander M. Zachow, N.Y.S.V.


William T. Sherman sagte in seinen Memoiren „An army is efficent for action and motion exactly in the inverse ratio of its impedimenta.“.

Der Bürgerkrieg kann, betrachtet man seinen Verlauf, im größten Teil nur als Bewegungskrieg bezeichnet werden. Es war also für den Soldaten, auf beiden Seiten, von hoher Wichtigkeit, sein persönliches Hab und Gut möglichst effizient am Mann tragen zu können. Es wurden, mit wenigen Ausnahmen, für den gemeinen Infanteristen keine anderen Transportkapazitäten bereit gehalten als der eigene Rücken.

Zu diesem Zwecke haben sich im Krieg hauptsächlich zwei Arten des Transports etabliert:

1. Der Tornister = Knapsack.
2. Die Deckenrolle= Blanket roll


Bei den Tornistern die in der Unionsarmee Verwendung fanden, stehen drei Modelle im Vordergrund: Der US M 1855 bzw. 1864 Double Bag Knapsack
Der Mexican War Knapsack
S. Isaac & Campell Knapsack (brit. Exportmodell)[Erstausrüstung der 45th]

Unsere Anleitung bezieht sich auf beide Grundmodelle und bietet somit jedem Soldaten den richtigen Weg. Des Weiteren möchten wir auch einige nützliche Tipps für den richtigen Einsatz der blanket roll machen.



Zuallererst müssen wir feststellen was der Soldat nun so alles in seinen Knapsack einpacken sollte.
Jedem sollte bei der Vorbereitung zu einem Event klar sein, dass er gezwungen sein könnte seinen Knapsack tageweise mit sich herumzutragen.
Wir empfehlen:

Ein bis zwei Decken od. Wintermantel (Great coat)
Gum Blanket oder Poncho
Shelter Half
Wechselhemd
Wechselsocken
Wechselunterhosen
Ggf. Schlafmütze
Kleine persönliche Dinge wie
Nähzeug
Pfeife und Tabak
Taschenmesser
Zahnbürste
Neues Testament
Einige Meter Seil
Medizin etc.

Des Weiteren verbleibt noch ein bisschen Platz im Brotbeutel.

Das hört sich jetzt nach sehr wenig an, aber es reicht und es hat wirklich seine Vorteile wenn man so leicht ins Feld zieht.


Doch nun zum Thema:


1. US M 1855 Double Bag

Zuallererst wird das „Shelter Half“ gefaltet und in den großen Hauptteil des Tornisters gepackt

Anmerkung: Jeder Soldat trägt nur ein halbes Zelt!!!

Dazu geben wir das Stück Seil.
Dann falten wir die Decke der Länge nach zweimal, sodass eine Bahn in Breite des Hauptfaches des Tornisters entsteht. Diese Bahn falten wir dann mehrere Male quer und platzieren sie dann auf dem „Shelter Half“. Wir verschließen nun das große Hauptfach und binden die Flaps zu. Auf dem verschlossenem Hauptfach platzieren wir nun den Poncho oder die Gum Blanket. Dies erlaubt uns später den Zugriff auf dieses Teil ohne den Tornister auspacken oder ablegen zu müssen. Nun geben wir unsere Wechselwäsche und unsere persönlichen Gegenstände in das umschlagartige Fach und verschließen es. Zu guter letzt klappen wir den Tornister zu und verschließen die beiden Hälften gegeneinander. Unsere Tin Cup und ggf. unsere Pfanne befestigen wir mit den drei Hauptriemen außen am Tornister.

Sollten wir es für nötig befinden eine weitere Decke mitzuführen, muß diese als Rolle auf dem Tornister mitgeführt werden. Dazu falten wir sie wie oben beschrieben dreimal der Länge nach und rollen sie dann möglichst eng zusammen. Es empfiehlt sich bei Regenwetter die Decke in den Poncho einzurollen um sie vor einer Durchfeuchtung zu bewahren. Gleiches tun wir mit unserer Decke wenn wir unseren Great coat mitführen. Diesen falten wir nach beiliegendem Plan und geben ihn auf unser „Shelter Half“. Die Decke packen wir dann also als Rolle auf den Tornister.


2. Isaac & Campell Knapsack

Wir falten wie oben unser „Shelter Half“ und geben es als erstes in das große Fach. darauf platzieren wir unsere Wechselwäsche und unsere persönlichen Habseligkeiten. Wir verschließen die Flaps und legen den Poncho darauf. Ggf. findet hier auch der Great Coat seinen Platz. Wir verschließen die Klappe und platzieren wie oben beschrieben unsere Tin Cup und ggf. unsere Pfanne. Die Decke rollen wir wie oben zusammen, auch hier ggf. eingeschlagen in unseren Poncho oder Gum blanket und befestigen sie mittels der Lederriemen auf dem Tornister.


3. Deckenrolle

Wir empfehlen die Deckenrolle besonders in anhaltenden Gutwetterperioden oder z.B. bei zeitlich begrenzten Einsätzen außerhalb eines befestigten Lagers.

Zuerst legen wir unser Decke flach aus und falten sie einmal der Länge nach. Danach legen wir unser Ersatzhemd möglichst flach zusammen . Wir legen auch unsere Socken flach auf das Hemd. Bei allem was man in die Deckenrolle einarbeitet muß man stets bedenken. Je voluminöser die Rolle wird umso schwerer werden Bewegungen mit ihr. Wir verknoten die entstandene „Wurst“ und hängen sie uns über die linke Schulter. Der Knoten sollte auf Höhe des Koppels unter der rechten Achsel sein.

Für die Trageweise unseres Ponchos gibt es nun einige Vorschläge: Der Poncho kann mit der Rolle aufgewickelt werden. Die Nachteile sind allerdings, dasz die Wurst sehr dick wird und das man nur an den Poncho kommt wenn man die Rolle zerlegt. Wir falten den Poncho und befestigen bzw. binden ihn gerade über der Verknotung auf die rückwärtige Seite der Rolle.

Beim Packen unseres „Mobile Home“ müssen wir immer folgendes im Auge haben.
1. Wir müssen davon ausgehen das Marschgepäck den gesamten Tag tragen zu müssen.
2. Zu unserem Tornister kommen noch weitere Gewichte wie:
- Gewehr
- Munitionstasche und Koppelzeug samt Seitengewehr
- Haversack mit Rationen und Essgeschirr
- Wasserflasche
- ggf. Schanzwerkzeug oder andere Spezialausrüstung.


Der Komfort einer dritten Decke oder eines eigenen Vorrats an Konserven und Süßkram, die eigene kleine Reiseschlaubergerbibliothek oder so extrem wichtige Dinge wie Revolver, Derringer, Bowiemesser, mittelalterlicher Dolch oder Miniaturbeil müssen mit Schweiß und Ineffektivität bezahlt werden. Wir raten dringend davon ab hier in Maßlosigkeit abzudriften. Für jeden den auf dergleichen die Lust befällt halten wir einmal im Jahr z.B. das Bootcamp bereit. Hier wird so manches Mal ein wenig gevöllt und wir frönen dem dekadenten Leben im A-Tent, unter Fly und am mannshohen Lagerfeuer.

Also Männer, wir wünschen viel Spaß beim packen und vergesst nie das Motto unseres 1st Sgt. „….Ihr seid nicht zu Euerem Vergnügen hier sondern zu meinem!!“


Anleitung für den Great Coat