Regimentsgeschichte


Wie Abraham Lincoln zu Beginn des Bürgerkriegs feststellte, waren die USA zu dieser Zeit die größte Hoffnung der Menschheit und diese war um jeden Preis zu erhalten. Diese Worte mögen in den Ohren vieler deutschstämmiger Einwanderer nachgeklungen haben als sie unter den Ersten waren die sich freiwillig in die Unionsarmee einschrieben.

Viele von Ihnen waren der alten Heimat entflohen um politischer Unterdrückung, Kleinstaaterei und einer oft politisch verschuldeten Armut zu entgehen.

Wie bei vielen anderen Landsmannschaften war es auch bei den deutschen Einwanderern üblich sich in engen Gemeinschaften zusammenzuschließen und so ist es nicht verwunderlich, dass die Bemühungen zu Beginn des Krieges groß waren, rein deutsche Regimenter aufzustellen.

Es gab aus fast allen in der Union verbliebenen Bundesstaaten solche Einheiten, besonders groß war allerdings die Zahl solcher Regimenter aus New York.

Die A Companie des 45th Reg. of Inf. N.Y.S.V. war nun Teil genau eines solchen Regiments das den Zunahmen 5th German Rifles trug.

Die Separation ging hier soweit, dass in diesem Regiment, wie in vielen anderen, auf Deutsch kommandiert wurde und mindestens bis 1863 die Regimentsbücher auf Deutsch geführt wurden. Dieser landsmännische Zusammenhalt trieb zuweilen eigenartige Stihlblüten. So kam es im fast vollständig deutschen XI. Armeecorps fast zu Meutereien als der deutsche General Franz Siegel wegen erwiesener Unfähigkeit durch den angloamerikanischen General Howard ersetzt wurde.

Diese Regimenter und auch das 45th Reg. of. Inf. genossen einen guten Ruf der nicht zuletzt darauf zurückzuführen war, dass ein großer Teil der Mannschaften bereits in der alten Heimat Militärdienst geleistet hatten.
Im Laufe des Krieges verlor sich allerdings dieser gute Ruf weil man die deutschen Einheiten für so manche Niederlage, besonders für die Katastrophe bei Chancellorsville, verantwortlich machte. Es sei allerdings betont, dass in fast allen Fällen die deutschen Einheiten keine Schulde traf. Heute wird der Einsatz der Deutschen im Bürgerkrieg allgemein als sehr wichtig und besonders ausschlaggebend angesehen. Einige führende Historiker sprechen heute den deutschen Einheiten sogar kriegsentscheidende Bedeutung bei.

Wesentlich schlechter hatten es da die Landsmänner die es in die Rebellenstaaten verschlagen hatte. In den meisten Fällen waren sie auf Grund religiöser und politischer Überzeugungen gegen die Sezession und gegen die Sklaverei eingestellt. Dies führte dazu, dass sie von der Rebellenregierung mit großem Argwohn betrachtet wurden. Als nun die Rebellen im Jahre 1862 die „allgemeine“ Wehrpflicht einführten verweigerten die meisten Deutschen den Dienst gegen die Union. Vor allem in Texas, wo es viele deutsche Ansiedlungen gab, kam es zu regelrechten Massenfluchten die leider in einigen Fällen in blutigen Exzessen ihr trauriges Ende fanden.


Nun ist es unser Bestreben, mit dieser Reenactoreinheit an die Geschichte dieser Deutschen in den USA zu erinnern und damit auch die Erinnerung für die Beweggründe der Auswanderer von damals wach zu halten. Hingegen der landläufigen Meinung ist der amerikanische Bürgerkrieg sehr wohl auch ein Teil deutscher Geschichte oder zumindest mit dieser eng verwoben. In fast keiner Familie fehlt ein Auswanderer der zu dieser Zeit sein Glück in der neuen Welt gesucht hätte.

Nicht vergessen werden sollte in dieser Zusammenfassung, dass die Eindrücke die die zahlreichen Kriegsberichterstatter und Militärbeobachter, wie z.B. Graf Zeppelin, mit Ihren Berichten nach Europa trugen, starken Einfluss auf die hier anschließend ausgefochtenen Konflikte hatten. So ist der forcierte Einsatz der Eisenbahn in den Kriegen von 1866 und 1870/71 durch Preußen nicht zuletzt durch die damit im Bürgerkrieg gemachten und beobachteten Erfolge zurückzuführen.

Zusammenfassend bleibt nur der Schluss, dass obwohl der amerikanische Bürgerkrieg zu den ganz wenigen Auseinandersetzungen gehört, die tatsächlich etwas Positives bewirkt haben, nämlich die Befreiung der Sklaven, es doch unzweifelhaft wünschenswert und auch möglich gewesen wäre dieses Ziel auch ohne ein solches Blutvergießen zu erreichen. Wie jeder Krieg lehrt uns auch der amerikanische Bürgerkrieg, so vermeintlich groß auch die Ziele sein mögen, dass die bewaffnete Auseinandersetzung stets nur das totale Versagen jeden gesunden Menschenverstandes und jeder Humanität widerspiegelt. So kann unser Bemühen diesen Konflikt und seine Zeit darzustellen auch nur als der Versuch gewertet werden, dem geneigten Betrachter aufzuzeigen, dass der Soldat der hier kämpfte ein ganz normaler Mensch war, der sich im Großen und Ganzen sehr wenig von dem heutigen unterschied. Die Schlussfolgerung hieraus kann aber nur sein, dass nur ständige Wachsamkeit und der kritische Blick auf das Handeln der Politiker und Diplomaten Garant sein kann für einen dauerhaften Frieden.


Nach „New York in the War of the Rebellion“, Frederik Phisterer, 1912

Eingemustert: 9. September 1861

Zusammenlegung mit dem 38th reg. of. inf. 21.12.1862

Das Regiment unter dem Kommando von Col. George von Amsberg wurde in New York City aufgestellt und bestand fast vollständig aus Deutschen. Es wurde für drei Jahre Dienstzeit vom Staat New York angenommen und erreichte seine volle Stärke am 14. September 1861. Teile des zeitgleich aufgestellten Honved Regiments unter Col. Edward Wratislaw wurden dem Regiment unterstellt. Die auf Grund Ihrer Dienstverpflichtung dazu berechtigten Mannschaften wurden am 8. Oktober 1864 entlassen, das Regiment verblieb bis zum

1. Oktober 1865 im Dienst.

Das Regiment verließ New York am 9. Oktober 1861 und diente ab dem 12. Oktober 1861 in Stand´s Brigade, Blenker´s Division, Army of the Potomac, ab April 1862 in der 1st Brigade, gleiche Division, Mountain Department, in der 1st Brigade, 1st Division, 1st Corps, Army of Virginia ab dem 26. Juni 1862. Anschließend in derselben Brigade, selben Division, 11th Corps, Army of the Potomac ab dem 12. September 1862, ab Juni 1863 in der 3rd Brigade, 1st Division, 20th Corps ab April 1864. In der 4th Division, 20th Corps in Nashville, Tennessee, Department of Cumberland, ab dem 6. Juli 1864. Das Regiment wurde am 30. Juni 1865 unter dem Kommando von Col. Adolphus Dobke mit dem 58th reg. of. inf. Kompanie um gleich Kompanie zusammengelegt und verblieb bis zur Abmusterung in Tennesse.


Verteidigung und Bewachung von Washington D.C. Oktober 1861 – April 1862
Schlacht von Annandale Church, Va. 2. Dezember 1861
Operation im Sh enandoah Valley Mai – August 1862
Schlacht von Cross Keys 8. Juni 1862
In Sperryville und Centerville bis August 1862
Vorpostendienst bei Madison Count House 28. Juli 1862
Pope`s Campagne in Nordvirginia 16. August bis 2. September 1862
Furten über den Rappahannock 20. bis 23. August 1862
Schlacht von Groveton 29. August 1862
Zweite Schlacht von Bull Run 30. August 1862
Verteidigung und Bewachung von Washington D.C. bis Dezember 1862
Aufklärung nach Snicker`s Ferry und Berryville 28. bis 30. November 1862
Marsch nach Frederiksburg, Virginia 10. bis 15. Dezember 1862
Dienst in Falmouth und Brooks` Station bis April 1863
Schlammmarsch „Mud March“ 20. bis 24. Januar 1863
Chancellorsville Campagne 27. April bis 6. Mai 1863
Schlacht von Chancellorsville 1. bis 5. Mai 1863
Gettysburg Campagne 11. Juni bis 24. Juli 1863
Schlacht von Gettysburg 1. Juli bis 3. Juli 1863
Dienst nahe Bristoe Station bis September 1863
Verlegung nach Bridgeport, Alabama 24. September bis 3. Oktober 1863
Aufklärung von Brigdeport nach Trenton 20. Oktober 1863
Marsch entlang der Nashville und Chattanooga rail road bis Lookout Valley, Tennesse 25.bis 28. Oktober 1863
Wiedereröffnung des Tennessee River 26. bis 29. Oktober 1863
Schlacht Wauhatchie, Tennessee 28. bis 29. Oktober 1863
Chattanooga – Ringgold Campagne 23. bis 27. November 1863
Schlacht von Orchard Knob 23. November 1863
Schlacht von Tunnel Hill 24. bis 25. November 1863
Schlacht von Mission Ridge 25. November 1863
Marsch zum Entsatz von Knoxville 28. November bis 17. Dezember 1863
Dienst in Lookout Valley bis Mai 1864
Atlanta, Georgia Campagne 1. Mai bis 6. Juli 1864
Sondierung in Rocky Faced Ridge und Datton 5. bis 13. Mai 1864
Schlacht bei Resaca 14. bis 15. Mai 1864
Posten nahe Cassville 19. Mai 1864
Vormarsch nach Dallas 22. bis 25. Mai 1864
Schlacht von New Hope Church 25. Mai 1864
Posten bei Dallas, New Hope Church und Allatoona Hills 26. Mai bis 4. Juni 1864
Einsatz gegen Marietta und Kenesaw Mountain 10. Juni bis 2. Juli 1864
Schlacht von Pine Mountain 11. bis 14. Juni 1864
Schlacht von Lost Mountain 15. bis 17. Juni 1864
Schlacht von Gilgal oder Golgotha Church 15. Juni 1864
Schlacht von Muddy Creek 17. Juni 1864
Schlacht Noyes Creek 19. Juni 1864
Schlacht von Kolb`s Farm 22. Juni 1864
Angriff auf Kenesaw 27. Juni 1864
Schlacht von Smyrna Camp und Ruff`s Station 4. Juli 1864
Abkommandiert nach Nashville, Tennessee 6. Juli 1864
Schlachten von Nashville, Tennessee bis 8. Oktober 1865
Posten in Nashville, Tennessee bis 8. Oktober 1865
Abmusterung in New York am 8. Oktober 1865





Schlachten und Verluste
(Nach Phisterer, New York)


Diese Liste gibt die Schlachten und Verluste des 45th reg. während
seines Einsatzes vom September 1861 bis Juni 1865 wieder.



„Nach unserer Erkenntnis kann die obige Liste nur als grober Anhaltspunkt für die Verluste des Regiments verwendet werden.
So sind z.B. bei der Schlacht von Chattanooga wenigsten 18 Gefallene beim 45th Reg. of Inf. N.Y.S.V. zu beklagen gewesen
Hr. Pfisterer führt hier für dieses Regiment keinen einzigen Verlust auf.“




Ein Deutscher im amerikanischen Bürgerkrieg

Gen. Maj. Carl Schurz


Hier ein paar Dokumentationen über den Bürgerkrieg


Geschichte des Regiments

Manschaftsliste des historischen 45th N.Y.S.V.

Offizeller Bericht des 45th Reg. of Inf. N.Y.S.V. zur schlacht von Gettysburg

Verluste des 45th reg. in Chattanooga

Ein deutsches Regiment im Amerikanischen Bürgerkrieg

Friedrich Hecker

Gen. Franz Sigel

Schlachtordnung des 11 Corp bei der Schlacht von Gettysburg

Rangliste der Offiziere des 45th reg. of inf. N.Y.S.V.

Bericht von Gen. Major Carl Schurz zur Schlacht von Gettysburg

Sigel der gute General von Manhattan

Schlachtordnung der Union bei der Schlacht von Chattanooga