United States Sanitary Commision


Geschichte:

Am 18. Juni 1861 unterzeichnete der Präsident Abraham Lincoln die Verordnung nach der die United States Sanitary Commission eine offizielle Regierungsorganisation wurde. Der Präsident unterzeichnete allerdings nur sehr zögerlich, ohne seine Befürchtung zurückzuhalten das die U.S.S.C. das fünfte Rad am Wagen werden könnte – er sah zu diesem Zeitpunkt die Notwendigkeit einer solchen, vornehmlich weiblichen, Organisation noch nicht.

Seine Meinung sollte sich schnell ändern.

Innerhalb der nächsten vier Jahre hat die freiwillige Arbeit tausender Frauen die Sterblichkeitsrate in der Armee um die Hälfte verringert und hat Spenden in Höhe von 5 Millionen Dollar gesammelt um die Kriegsanstrengungen der Union zu unterstützen. Im Frühjahr 1861 trafen sich Gruppen sehr angesehener Frauen der New Yorker Gesellschaft und der „Women´s Central Association of Relief“ sowie einige einflussreiche Herren in New York. Diese Treffen waren die Keimzelle dessen was wir als U.S. Sanitary Commission kennen.

Als Vorbild für die Organisation galt die Arbeit der Britisch Sanitary Commission währen des Krimkriegs 1856. Trotz der großen Vorurteile seitens der Militärärzte, zahlreicher Regierungsstellen und des Armeeoberkommandos ging die Aufbauarbeit weiter. Die Damen wurden nicht müde in ihrer Nachbarschaft Spenden zu sammeln, als Krankenschwestern zu arbeiten, Hospitalschiffe zu organisieren, die Verpflegung im Felde und die Sanitätseinrichtungen laufend zu verbessern. Depots wurden eingerichtet von denen die Sachspenden an die Front verteilt wurden. Agenturen der U.S.S.C. im Felde wurden unterhalten um die Lebensbedingungen der Soldaten zu verbessern –nicht ohne so manchem freiwilligem „Offizier“ auf die Füße zu treten- und die U.S.S.C. setzte neue Standards was die Rekrutierung und Ausbildung von Sanitätspersonal anbetraf. Eine große Auszeichnung der Damen der U.S.S.C. war, dass Sie für die Dauer ihrer Tätigkeit befugt waren die Dienstgeschäfte ihrer Posten und Agenturen selber zu führen – eine absolute Ausnahme zu einer Zeit in der man Frauen allgemein jede Geschäftstüchtigkeit absprach. Nicht zuletzt diese Erfahrung war ein Baustein der langsamen Emanzipation der Frauen nach dem Bürgerkrieg in der Gesellschaft der Vereinigten Staaten nach dem Bürgerkrieg.

Nach dem Krieg arbeitete die U.S.S.C. weiter in der Veteranenbetreuung und wurde im Mai 1866 aus dem Dienst entlassen.

Sie stellt eine der Keimzellen des amerikanischen Roten Kreuzes dar, dass einige Jahre nach dem Krieg gegründet wurde.

Mr. Katherine Wormeley, U.S.S.C., sagte einmal:

„Die Sanitary Commission ist die Arterie, die die Liebe des Volkes zu den Soldaten im Feld bringt.“


Zur Darstellung:

Aufgrund der Tatsache, dass die USSC eine zivile Vereinigung bzw. Organisation war, entfällt hier natürlich der Zwang sich an Uniformen und bestimmte Ausrüstungsgegenstände gebunden zu fühlen. Allerdings sei jeder vor der Annahme gewarnt, ziviles Leben und Auftreten wären einfacher nachzustellen als militärisches. Die Auseinandersetzung mit den Moden der Zeit z.B. kann einen sicherlich zur Weißglut bringen.

In unserem Fall haben es sich, die vornehmlich weiblichen Mitglieder der USSC zu Ihrer Aufgabe gemacht die Kompanie im Felde beim Lagerleben zu unterstützen. Dies bezieht sich vor allem auf die Zubereitung der Verpflegung, auf Sanitätshilfsdienste und auf die Dokumentation unserer Aktionen. Nachdem es wie bereits angeführt keine Uniform für die USSC gab, haben wir anhand von zeitgenössischen Photographien recherchiert wie die USSC im Felde aufgetreten ist. Nachvollziehbar ist, dass wohl großer Wert auf eine verhältnismäßig praktische Kleidung gelegt wurde – eine Eigenschaft, die nicht unbedingt die Damenmode dieser Zeit auszeichnete. Um sich als Mitglieder der USSC kenntlich zu machen wurden allerlei Abzeichen erdacht bei denen nicht unbedingt eine einheitliche Richtung auszumachen ist.

Mit am häufigsten sind allerdings folgende Arten zu finden:

1. Eine rote Schärpe über die linke Schulter getragen, öfters auch mit der Aufschrift U.S.S.C.
2. Ein Strohhut in der Art einer „Kreissäge“ mit rotem Hutband und der Aufschrift U.S.S.C.

Auch häufig ist ein kleiner Bänderstrauß, wohl in den Nationalfarben, am Revers getragen worden.