Globe Tavern, Petersburg, March, 30th 1865


Dear Sir,


Ihrem Befehl entsprechend brach die Kompanie am frühen morgen vom Lagerplatz bei Globe Tavern auf, um an der Gefechtslinie die durch feindliches Artilleriefeuer stark beschädigten und teilweise niedergelegten Stellung zu erneuern. Es wurden auf Ihr Geheiß sowohl Brustwehren für Infanterie als auch für Geschütze geschaffen. Die Arbeiten gingen bei leidlich kühlem Wetter gut von der Hand und die Schanzungen hatten gegen Abend bereits einen erfreulichen Stand erreicht. Ich lies dem Kommandeur der A Battery, 1st US Artillery Meldung machen er möge die Stellungen am morgigen Tage in aller Frühe beziehen. Capt. Jeschke inspizierte daraufhin die Stellungen und erklärte am nächsten Morgen in die Selbe einrücken zu wollen. Meine Kompanie daselbst besetzte die Stellung über Nacht und hat für diese Zeit keine Vorkommnisse zu melden. Die Details der Stellung entnehmen Sie bitte zu Ihrer geschätzten Kenntnisnahme aus beiliegender Skizzierung.


gez.

Alexander M. Zachow, 2nd Lt. Companie A




In the trenches, Petersburg, March, 31th 1865


Dear Sir,


Ihrem Befehl und den ständigen Befehlen des XX. Armeechors entsprechend, wurde die Kompanie um 6 Uhr geweckt und hat nach kurzer Zeit sofort wieder die Arbeiten an den Schanzen aufgenommen. Ich muß an dieser Stelle leider anmerken, dass der uns zur Verstärkung der Linie in Aussicht gestellte Ersatz durch die 1st US Cavlary nicht bei uns eintraf. Nichts desto trotz wurden die Geschützstände rechtzeitig fertig und auch die Infanteriestellungen konnten am späten Vormittag bezogen werden. Etwa um 11 Uhr erhielten wir Meldung, dass wir ab der Mittagszeit mit feindlicher Aktivität in unserem Abschnitt zu rechnen hätten.

Gegen 1 Uhr nachmittags erhielten wir dann endlich Verstärkung durch die uns bereits für morgens in Aussicht gestellte Cavlary.

Im Folgenden möchte ich mir erlauben die Kampfhandlungen zu schildern soweit sie meine Kompanie und solche Einheiten in meinem Gesichtsfeld betroffen haben. Meine Kompanie hielt zum Zeitpunkt des feindlichen Angriffs wie bereits dargelegt zusammen mit den Kameraden der Cavlary und Artillery die Stellung. Für unseren Abschnitt waren nach meinen Informationen folgende Kräfte eingeteilt:

B Company, 17th Missouri Infantry
D Company, 98th Penn. Vol. Inf.
A Company, 4th Tenn. Vol. Inf.
A Squad., 1st US Cavlary
B Squad., 1st US Cavlary (mounted)
A Battery, 1st US Artillery
1st platton, a Company, 7th Kansas Vol. Cavlary

Wir bekamen es in Folge mit einer doch recht erheblichen Streitmacht zu tun, die, zielstrebig geführt, uns selbst in der gut ausgebauten Stellung arg in Bedrängnis brachte. Hätten wir nach einiger Zeit nicht Unterstützung durch die 4th Tennessee bekommen, wäre womöglich ein Einbruch unserer Linie nicht zu verhindern gewesen. Meine Kompanie hatte schmerzliche Verluste, vor allem durch Artilleriefeuer, hinzunehmen. Es gelang unseren Geschützen nie vollständig die feindlichen Rohre zum schweigen zu bringen. Des Weiteren wurde die durch den Oberkommandierenden angekündigte Reserve, im Einzelnen die Companien aus Pennsylvanien und Missouri, nicht auf dem Schlachtfeld gesehen. Das der Ausbruchsversuch der Rebellen aus der Belagerung an dieser Stelle nicht gelang, lag einzig und alleine an deren offensichtlich bereits stark geschwächter Kampfkraft, aber sicherlich nicht am Können unserer Führung. Es war ein Desaster, verursacht durch Inkompetenz und Hahnenkämpfe. Ich erlaube mir diesem Bericht eine Liste der Gefallenen beizufügen.

Eine Abschrift hiervon ergeht an das Armeecorps.


gez.

Alexander M. Zachow, 2nd Lt. Companie A




In the trenches, Petersburg, April, 1st 1865


Dear Sir,


am frühen Morgen des Tages erhielt ich den Befehl die von uns mit großem Fleiß erbaute und mit viel Blut verteidigte Stellung zu räumen. Für Ersatz meiner Kompanie war nicht gesorgt. Es entstand also zu diesem Zeitpunkt eine etwa 120 yards breite Lücke in der Linie der Union.

Der neue Befehl lautete, sich dem Feinde in offener Schlacht zu stellen und somit daselbst den Durchbruch nach Petersburg hinein zu erzwingen. Diese Annahme war falsch. Der Feind besetzte sofort die entstandene Lücke und es war nun unsere traurige Pflicht, gegen unsere eigenen Stellungen anzurennen. Es gelang uns unter größten Anstrengungen und mit vereinten Kräften den Gegner wieder aus den Gräben zu werfen. Hierbei möchte ich besonders die Verdienste von Sgt. Peter Weisser hervorheben, der nach der Verwundung meines Kompaniefeldwebels diesen Posten übernahm und sich hierin auch unter stärkstem Feuer hervorragend bewährt hat.

Der Erfolg dieses Tages ist an der beigefügten Verlustliste abzulesen.


gez.

Alexander M. Zachow, 2nd Lt. Companie A




Petersburg, Va. April 2nd, 1865


Sir,


Ihrem Befehl gemäß wurde die Companie aus der Stellung abgelöst und hinter die Front verfügt. Es wurde Ruhe befohlen. Die Companie meldet einsatzbereit: 1 Leutnant, 1 Sergeant, 1 Corporal, 10 Privates gez.

Alexander M. Zachow, 2nd Lt. Companie A




Orginalfassung des reports