Near Big Bethel Church, Virginia
June, 2nd 1861


Sir,

im Folgenden möchte ich Bericht ablegen über die Ereignisse die sich anlässlich der Gefechte um Big Bethle Church zugetragen haben.

Ihrem Befehl folgend bezog meine Kompangnie am ….. Juni 1861 Vorposten in etwa 500 Meter vor dem Lagerplatz der Hauptstreitmacht. Der Vorposten wurde leidlich befestigt. An diesem Tag und in der darauf folgenden Nacht kann ich von keiner Feindberührung berichten.


Lt. Alexander M. Zachow, CC
45th Reg. of Inf. N.Y.S.V.
Compagnie A




Near Big Bethel Church, Virginia
June, 3nd 186


Sir,

am morgen des 3. Juni 1861 ließ ich die Kompagnie um 5 Uhr 30 wecken. wir nutzten den Vormittag nach den üblichen Lagerarbeiten für einige Ausbildung. Um 11 Uhr waren wir zur Dress Parade befohlen und anschließend fand Batallionsdrill statt. Die Kompagnie gab bei der Parade keinen Grund zu Beanstandungen.
Die Kompagnie hatte des Morgens Ration und Munition erhalten. Unmittelbar nach der Parade wurde uns bezeichnet, dass der Gegner im Anzuge sei und sich bei einer kleinen Kirche verschanzt hätte.
Die gesamte Abteilung rückte also sogleich in Richtung Big Bethel Church ab. Meine Kompagnie wurde zur Sicherung der rechten Flanke ins Feld geschickt. Wir gingen also rechts des Marschweges im Wald vor. Das Fortkommen war uns hier kein Einfaches da das Unterholz doch sehr dicht stand. Nach einiger Zeit hatten wir hier leichte Gegenwehr durch Schützen der Rebellen. Es war dies kein ernsthaftes Aufhalten, sondern vielmehr ein etwas unkoordiniertes Plänkeln. Wir konnten ganz gut mit der Hauptmacht mithalten. Als das Unterholz zu dicht wurde wurden wir aus dem Wald herausgezogen. Es war dann nicht mehr weit bis wir auch auf die Hauptmacht des Gegners stießen. Wir haben mit diesem einige Salven getauscht und versucht ihn so gut eben möglich in Schach zu halten. Der Gegner war uns allerdings zahlenmäßig sehr überlegen, sodass wir gezwungen waren um nicht zurückgeworfen zu werden unser Heil in der Deckung zu suchen. Diese Stellung, rechts der Straße haben wir dann mit Hilfe einiger versprengter regulärer Cavalrymen so gut verteidigt, dass der Gegner abließ und sich tatsächlich auf seine Ausgangsposition zurückzog. Wir wurden nun beordert unseren Posten zu verlassen. Es war uns nicht gelungen den Gegner aus der Kirche zu vertreiben und so blieb uns dieser Teil der Arbeit für den nächsten Tag.

Der Tag brachte der Kompagnie keine Verlust. Die Kompagnie verbrauchte in etwa 25 Schuss Munition pro Mann.

Lt. Alexander M. Zachow, CC
45th Reg. of Inf. N.Y.S.V.
Compagnie A




Near Big Bethel Church, Virginia
June, 4nd 1861


Sir,

Am morgen diese Tages wurde die Kompagnie Ihren ständigen Befehlen entsprechend um 5 Uhr 30 geweckt. Es wurde nach Appell Frühstück ausgegeben. Die Männer erhielten Tagesration und 60 Schuss Munition für den Tag. Nachdem Ordnung im Lager hergestellt war und die Kompagnie marschbereit war wurde einger Drill durchgeführt. Wir haben den morgen genutzt die Hornsignale mit den Männern einzuüben. Um sie ein wenig von dem bevorstehenden Gefecht abzulenken haben ich dann Erlaubnis erteilt eine Runde Baseball zu spielen..

Als dann marschierten wir wie befohlen zu ½ 12 Uhr zur Parade. Ich darf melden, dass meine Kompagnie erneut ohne Mangel angetreten war.

Die Parade schloss mit einer Predigt eines Mannes aus Kansas. Ich erlaube mir in diesem Rahmen anzumerken, dass religiöse Erbauung sicherlich nicht schaden kann, dass aber derart eigenartiges Zeug wie es da im Namen des Herrn vorgetragen wurde, in meiner Kompagnie nur auf Unwillen gestoßen ist. [a.d.A. Ein Chaplain der Union trug eine schwarze Uniform s.a.http://www.chaplainsmuseum.org]. Als Deutsche sind wir es gewohnt und es ist uns gute Tradition unseren Feind zu ehren und so wir auch die Waffen kreuzen sehen wir in der Schmähung unseres Gegners kein ehrenhaftes Unterfangen. Vielmehr disqualifizieren wir uns dadurch selber, denn wir sind ehrenhafte Soldaten und keine Kammerjäger.

Daraufhin wurde ins Gefecht gezogen.

Das Gefecht begann für uns mit der Flankendeckung während des Anmarsches zum eigentlichen Schlachtfeld. Hierbei kamen wir nur wenig mit dem Gegner in Berührung. Am Platz des Geschehens angekommen wurden wir sofort beordert uns dem Feind in offener Schützlinie entgegen zu stellen. Hier hat sich den sogleich die Ausbildung der letzten Tage positiv ausgewirkt. Es war uns möglich dem Feinde hier einige Verluste abzuringen, solange bis er mit zu starker Übermacht und vor allem mit Geschützen auf uns eindrang. Daraufhin zogen wir uns in den Wald zurück und warfen eilig eine behelfsmäßige Brustwehr auf. Als der Gegner kam übergaben wir diese unser Flankenkompagnie und gingen daselbst

wieder um dem Gegner erneut in loser Schützenlinie beizukommen. In diesem Abschnitt des Gefechts konnten wir von unserem Posten aus das Vorrücken der uns beigestellten Abteilung regulärer Kavallerie beobachten. Der Vollständigkeit halber möchte ich hier anmerken, dass dieses Unterfangen ohne jeden Zweifel mit größter Umsicht und großem mut vorangetrieben wurde und es jeder soldatischen Tradition würdig ist, die mir als ehrenhaft bekannt ist.

Wir selber konnten uns nun eine zeitlang so ganz gut behaupten, mussten uns allerdings doch immer weiter zurückziehen und waren schließlich auf Grund von Munitionsmangel nicht mehr in der Lage noch weiter ins Gefecht einzugreifen. Es wurden Boten ausgeschickt Munition aus der Regimentsreserve heranzuschaffen – alleine als der Mann wieder bei uns war, war das Gefecht bereits vorbei und wir waren gezwungen den Rückmarsch anzutreten. Die Kompagnie nahm, ins Lager zurückgekehrt am Paycall teil und wurde anschließend vom Regimentsarzt inspiziert. Es gab hier keine Beanstandungen. In diesem Zusammenhang liegt dem Herrn Major eine Beschwerde der Kompagnie vor. Diese kann nach meiner Auffassung als erledigt betrachtet werden.

Die Kompagnie wurde verpflegt, die Rationen und Munitionsvorräte sind ausreichend.

Bei dem Gefecht waren in meiner Kompagnie folgende Ausfälle zu verzeichnen:

Bugler Jan.Henrik Berger Blendung der Augen durch Revolveranschuß, keine bleibenden Schäden seit Sonntag, den 5. Juni wieder dienstfähig

Lt. Alexander M. Zachow, CC
45th Reg. of Inf. N.Y.S.V.
Compagnie A





Orginalfassung des reports