Camp near Cold Harbor, Va., June 3rd 1864


Dear Sir,


Ihrem Befehlen entsprechend brach die Companie am 3ten des Monats Juni 1864 ihr Lager etwa 17 Meilen südwestlich Cold Harbor, Va. ab und marschierte die angegebene Strecke bis dahin.
Die Companie traf etwa um 3 Uhr am Nachmittag auf dem neuen Lagerplatz ein.
Dieser Tag brachte der Companie keine Feindberührung. Die Companie wurde vollständig verpflegt und hatte keine Ausfälle zu beklagen.


Yours faithfully


Lt. A.M. Zachow, CC


Tom Hoffmann, 1st Sgt.




Camp near Cold Harbor, Va., June, 4th 1864


Dear Sir,



im Einklang mit Ihren Befehlen und den ständigen Befehlen für die Army of the Potomac erlaube ich mir Ihnen Bericht abzulegen über die Ereignisse und Gefechte wie sie sich zugetragen haben anlässlich der Schlacht von Cold Harbor am 4ten des Monats Juni 1864.
Die Companie verbrachte den Morgen mit allerlei Lagerarbeiten und Ausbildung. Nach dem Lunch erreichte uns ein Melder der D-Companie des 17th Reg. of Inf. Missouri Volunteers . Diese Companie war in etwa 1 Meile Entfernung von unserem Lagerplatz mit der Errichtung einer Stellung beschäftigt. In diesem Zusammenhang möchte ich mir erlauben, Ihnen den Private Josua Leistner aus obiger Companie, Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit zu empfehlen. Dieser Soldat hat sich ohne Zweifel weit über das gewöhnliche Maß hinaus bewährt.
Pvt. Leistner meldete uns, daß seine Companie während der Arbeit an besagter Stellung von feindlicher Infanterie angegriffen worden sei und nun bangen müsste von dieser aus der Stellung geworfen zu werden.
Hauptmann Jehle, zu diesem Zeitpunkt dienstältester Offizier am Platze, befahl daher umgehend unserer Companie unter das Gewehr zu treten und uns im Geschwindschritt an den Ort des Geschehens zu verfügen, um daselbst den bedrängten Männern aus Missouri Entsatz zu bringen. Er selbst verblieb im Lager um baldmöglichst aus weiteren stetig eintreffenden Unionssoldaten einen zweiten Trupp zusammenzustellen und diesen sodann ebenfalls gegen den Feind zu führen.
Nach etwa zehn Minuten stand unsere Companie zum Abmarsche bereit und wir marschierten dann sogleich Richtung Gefecht. An der Stellung eingetroffen fanden wir die tapferen Soldaten der D-Companie vor wie sie gerade einen erneuten Sturm des Gegners abgewehrt hatten. Wie man unschwer erkennen konnte hatte dieses Gefecht schon manche Lücke in ihre Reihen gerissen und wir gelangten zu dem Eindruck, daß wir keine Minute zu früh herangeeilt waren. Zudem begann in etwa mit unserem Eintreffen nun auch noch feindliche Artillerie ein ziemlich wütendes, wenn auch schlecht gezieltes, Feuer auf die Stellung zu eröffnen. Nachdem wir uns vor Ort ein Bild von der Lage gemacht hatten und uns mit den kommandierenden Corporal der D-Companie, den ich ebenfalls Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit empfehlen will, besprochen hatten beschlossen wir, es mit einem Gegenangriff zu versuchen. Unsere Hoffnung hierbei war, zum einen Hauptmann Jehle Zeit zu verschaffen um weitere Verstärkung heranzuführen und zum anderen, daß es uns vielleicht gelingen wollte die feindlichen Kanonen zu verjagen.
So stellten wir also die zur Verfügung stehenden Kräfte auf und bewerkstelligten einen recht ansehnlichen Ausfall. Leider mussten wir sehr bald feststellen, das wir die feindlichen Kräfte in ihrer Zahl recht großzügig unterschätzt hatten und das die feindlichen Kanoniere, so sie auch auf größere Distanz nichts Rechtes zusammenbrachten, auf kurze Entfernung sehr wohl ihr Handwerk verstanden. So kam es, daß wir recht bald gezwungen waren unseren Angriff zu stoppen und wir daraufhin in die Stellung zurückgingen, wo wir uns den umgehend auf die Verteidigung einrichteten. Ziemlich zur gleichen Zeit, es mag etwa ½ 2 Nachmittag gewesen sein, da der Feind neue Vorkehrungen zum Sturm traf gesellte sich auch Hauptmann Jehle zu unserer Partie und so meinten wir der kommenden Dinge mit einiger Zuversicht harren zu können.
Diese Hoffnung erwies sich allerdings als vermessen, da ich bedauere ihnen berichten zu müssen, daß der Gegner mit solcher Strenge gegen uns anlief, daß wir gezwungen waren um einer Gefangennahme oder Schlimmeren zu entgehen die Stellung zu räumen. Zumindest gelang es uns einen geordneten Rückzug anzutreten und bei diesem dem Feind noch manchen schmerzlichen Verlust zugefügt zu haben.
Dies mag auch der Grund gewesen sein, daß er sodann ziemlich schnell von einer Verfolgung absah und wir und wieder in unser Lager zurückziehen konnten.
Die Companie traf etwa um ½ 5 wieder am Lagerplatz ein.
Eine Liste unserer Verluste befindet sich bei diesem Bericht.
Ich erlaube mir eine Abschrift dieser Zeilen an den Brigadestab zur Vervollständigung der dortigen Unterlagen zu verfügen.


Yours faithfully


Lt. A.M. Zachow, CC


Tom Hoffmann, 1st Sgt.




Camp near Cold Harbor, Va.,June the 5th, 1864


Dear Sir,


im Folgenden möchte ich fortfahren, entsprechend Ihrem Befehl und den ständigen Befehlen der Army of the Potomac, von den Ereignissen zu berichten die sich anlässlich der Gefechte um Cold Harbor am 5ten Tag des Monats Juni 1864 zugetragen haben, so meine Companie daran Anteil hatte.
An diesem Tage erfolgte sogleich nach der morgendlichen Parade die Alarmierung unserer Companie. Wir zogen im Rahmen einer zusammengestellten Streitmacht aus der B und D Companie des 17th Reg. of Inf. Missouri Volunteers, der A Squadron des 1st US Cavlary Regiments und der 29th Ind. Bat. Light Art. N.Y.S.V. ins Gefecht. Das Kommando hatte Mayor Übelmann.
Bei der Annäherung an das Schlachtfeld beorderte uns der CO als Flankendeckung in dem wir verhindern sollten, daß unsere Streitmacht vom Feinde umgangen und im Rücken angegriffen würde.
So gingen wir entlang einer Straße in aufgelöster Schützenlinie vor, als wir nach nicht langer Zeit auf unsere New Yorker Artillerie trafen, die sich in einem wütenden Schlagabtausch mit einiger feindlicher Infanterie befand. Unterstüzt wurde sie hierbei nach Kräften durch unsere Kavallerie. Nach kurzer Besprechung der Lage gingen wir zusammen gegen den Gegner vor, der allerdings in der Zwischenzeit durch zwei Geschütze verstärkt worden war, die wir nicht zuletzt an ihren wenig beeindruckenden Schussleistungen als jene wiedererkannten mit denen wir schon am Vortag angebändelt hatten. So entbrannte für die Dauer wenigstens einer Stunde ein ziemlich erbitterter Schlagabtausch, der auf Grunde des sehr waldigen und zerklüffteten Geländes meistens in offener Schützenlinie ausgefochten wurde. Es gelang uns nach einiger Anstrengung und nicht ohne Verluste dem Gegner zurückzudrängen und die seine Geschütze zum schweigen zu bringen. Ich erlaube mir hier besonders hervorzuheben, daß sowohl die Kavallerie als auch die Artillerie hierbei glänzende Beispiele von Mut und Einsatzfreude gezeigt haben. Das Zusammenspiel unter unseren Einheiten war von solcher Güte, daß wenn der grundsätzliche Anlass nicht ein solche bitterer gewesen wäre man seine reine Freude daran hätte haben können.
Nachdem die Lage an dieser Flanke nach unserem Ermessen als gesichert zu betrachten war veranlasste ich eine dergestallte Meldung an den CO. Dieser verfügte uns sogleich, den beiden Missouricompanien zur Seite zu stehen bei ihrem steten Versuchen die feindliche Stellung zu nehmen. Ich möchte nicht versäumen einzuräumen, daß es sich bei dieser Stellung gerade um die Selbe handelte, die wir am Vortage vor dem Gegner räumen mussten. Man kann sich also unschwer vorstellen, daß die Kompanie mit einger Wut an ihre neue Aufgabe ging. So gelang es uns den auch gleich beim ersten Anrennen gegen die gegnerische Brustwehr einen Einbruch zu bewerkstelligen, der allerdings noch fast zu unserem Verderben gewesen wäre weil der Feind in ungewohnt geordneter Weise sogleich seine Reihen schloss und drohte uns zu umfassen. Es gelang uns mit knapper Not dennoch der Rückzug. Hierauf beorderte der CO seine Companiechefs zu sich um den selbigen seinen neuen Plan zu eröffnen. Dieser sah vor, die Stellung von zwei Seiten anzugreiffen um dem Gegner zur Spaltung seiner Kräfte zu zwingen. Den frontalen Angriff bekam die B Companie aus Missouri zugewiesen, den Flanken- und eigentlichen Hauptangriff hatten wir die Ehre anzuführen, gefolgt von der D Companie aus Missouri. Erschwerend für unser Unterfangen war, daß unsere tapfere Artillerie im vorigem Gefecht den Großteil ihrer Bespannungen verloren hatte und sie nun in diesem schwierigen Gelände einige Not hatte ihre Stücke in Stellung zu bringen. Deshalb waren wir gezwungen die Vorbereitungen für unseren Sturm ohne Geschützbedeckung vorzunehmen. Im Weiteren gelang es unseren Kanonieren aber dann doch noch mit Hilfe der Kavallerie ihre Stücke ins Feld zu führen, so daß sie uns während des eigentlichen Sturms wertvolle Dienste erweisen konnten. Wir traten also in einer Geländespalte rechts der feindlichen Stellung ins Glied und pflanzten unsere Bajonette auf. Auf Kommando des CO begannen wir den Sturm. Als wir in das Feuer unserer Widersacher gelangten, stellten sich sogleich heftige Verluste ein und dennoch wurden unser Männer nicht zaghaft und erstürmten die Brustwehr mit größter Unterstützung der tapferen Männer aus Missouri. Wir schmissen den Gegner aus seinen Gräben sodaß dieser zuerst in wilder Flucht das Weite suchte. Leider gelang es uns nicht den größten Teil der Feinde festzusetzen oder aufzureiben. Ich möchte nicht fehlen zu erwähnen, daß auch der B-Companie aus Missouri der Einbruch in die Stellung gelungen war und daß es besonderes diesen tapferen Soldaten zu verdanken war, daß die feindliche Geschütze so schnell zum schweigen gebracht worden sind.
Leider mussten wir später feststellen, daß uns der Gegner sein Geschütze nur vernagelt zurückgelassen hatte.
Da es uns nicht gelungen war, den Großteil der Feinde aufzureiben oder gefangen zu nehmen mussten wir gewiss mit einem baldigen Gegenangriff rechnen. Daher machten wir uns bereit und richteten uns so gut es ging auf eine Verteidigung ein.
Nach etwa einer Stunde Pause mussten wir den auch beobachten wie der Gegner erneut zum Angriff antrat. Er tat dies mit einiger Eile und so lies den auch der Sturm nicht lange auf sich warten. Dieser wurde wie so oft beobachtet mit großer Tapferkeit vorgetragen lies aber einiges an Koordination vermissen. So gelang es uns diesen in einer Form abzuwehren die uns veranlasste zu hoffen der Feind werde von seinem Unterfangen ablassen und sich zurückziehen. Wir wurden allerdings schon nach kurzer Zeit eines Besseren belehrt, denn erneut sahen wir sie sich aufstellen und erneut wogte die Brandung heran. Und diesmal gelang es den rebellischen Horden unsere Linien zu durchbrechen und in unsere Stellung einzufallen. Allerdings schien es als wollten die unseren diesmal nicht so leicht weichen. Es entbrannte ein gar schauriges Nahgefecht innerhalb der Befestigung, daß man kaum Freund und Fein unterscheiden konnte. Ich möchte an dieser Stelle die privates Engelbert Gottsmann und Stefan Becker Ihrer werten Aufmerksamkeit andienen, die sich in diesem Handgemenge in solch herausragender Weise bewährt haben, daß ich nicht umhinkann um eine Belobigung für dies beiden einzugeben.
Es ist nicht zuletzt ihrem Einsatz zu verdanken, daß es unserer Companie gelingen konnte sich aus diesem Gefecht noch in fast bester Ordnung zurückzuziehen und sogar noch dem Feinde im Rückzug die Stirn zu bieten.
So kam es. daß es der gesamten Streitmacht gelang schon nach kurzer Zeit erneuten Widerstand zu organisieren und sich dem nachsetzenden Feinde, auf einer nahen freien Wiese e, erneut entgegenzustellen. Hier gelang es uns den auch ihm einige so wohl gezielt schläge zu verabreichen, daß er sich mit dem erreichten begnügte und sich in die Stellung zurückzog. Unsere Streitmacht hingegen zog geordnet ab und erreichte den Campground etwa gegen ½ 5 Uhr.
Hier wurde die Companie verpflegt und die Damen der U.S.S.C. nahmen sich der Verwundeten an.
Ich erlaube mir eine Liste unserer Verluste diesem Bericht beizulegen und eine Abschrift des Selben an den Brigadestab abzusenden.


Yours faithfully


Lt. A.M. Zachow, CC


Tom Hoffmann, 1st Sgt.




On the march in Virginia, June 6th, 1864


Dear Sir,


Ihrem Befehl entsprechend brach die Companie am morgen des 6ten Tages des Monats Juni 1864 ihr Lager in Cold Harbor ab und marschierte auf befohlener Route ab.
Die Companie legte an diesem Tage einige zwanzig Meilen zurück und richtete gegen ½ 6 Uhr abends ein feldmarschmäßiges Lager ein.
Die Companie wurde vollständig verpflegt, die Companie hatte an diesem Tage keine Feindberührung.


Yours faithfully


Lt. A.M.Zachow, CC


Tom Hoffmann, 1st Sgt.


Orginalfassung des reports